Ende der 90er, Anfang der 2000er habe ich in einer analytischen Gruppe gearbeitet.
Unser Ziel war eigentlich immer dasselbe: Informationen so zu strukturieren, dass sie Sinn ergeben – und im besten Fall Hinweise darauf geben, wie sich Dinge entwickeln könnten. Damals war das noch echte Handarbeit.
Wir haben mit Büchern gearbeitet, mit Mathematik, Logik und viel Diskussion im Team. Es ging darum, Muster überhaupt erst sichtbar zu machen und aus Daten brauchbare Erkenntnisse zu formen.

Ich habe damals an einem Kurs zur Informationswahrnehmung und -verarbeitung teilgenommen, der für mich viel verändert hat. Er hat meinen Blick darauf geschärft, wie man mit Informationen umgeht und was in der Analyse wirklich zählt. Vor allem habe ich dabei gelernt, nicht nur Daten zu sammeln, sondern besser zu verstehen, wie daraus überhaupt ein stimmiges Gesamtbild entsteht – und wie entscheidend die richtigen Fragen dabei sind.
Computer waren zwar schon da, aber sie spielten eher eine unterstützende Rolle. Sie haben Daten gespeichert und verarbeitet, aber die eigentliche Auswertung fand noch stark im Kopf statt.
Wenn ich noch einen Schritt weiter zurückgehe, war selbst das Programmieren eine ganz andere Welt. Vieles lief über Assembler oder Maschinencode, davor über Lochkarten. Alles war sehr direkt, sehr technisch – Schritt für Schritt: Eingabe, Verarbeitung, Ausgabe.
Wenn man das mit heute vergleicht, wirkt das fast weit weg.
Heute haben wir Möglichkeiten, mit riesigen Datenmengen zu arbeiten, die damals schlicht nicht denkbar waren. Dinge, für die früher viel Zeit und Aufwand nötig war, passieren heute in kurzer Zeit.
Und trotzdem hat sich ein Grundsatz nicht verändert:
Es kommt immer noch darauf an, wie gut man die richtigen Fragen stellt, wie klar man denkt und wie kritisch man mit Informationen umgeht.
Gerade heute ist das wichtiger denn je – auch weil sich Information und Desinformation so schnell vermischen können.
Wenn ich darauf zurückblicke, ist es vor allem interessant zu sehen, wie sich das alles Schritt für Schritt entwickelt hat. Und auch irgendwie schön, ein Stück dieser Entwicklung selbst miterlebt zu haben.